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Produktionen

FAARM ANIMAAL

nach George Orwell
URAUFFÜHRUNG
Regie: Tomas Schweigen

Premiere am 19. November 2022

Wiederaufnahme-Termine:
3. März 2023, 20 Uhr
4. März 2023, 20 Uhr
7. März 2023, 20 Uhr AUSVERKAUFT!



The only good human being is a dead one.

Menschen, die als Tiere auf einer verlassenen Farm leben. Eine skurrile soziale Utopie, die nach anfänglicher Harmonie Schritt für Schritt in Schräglage gerät. George Orwells politische Fabel »Farm der Tiere« bietet die Grundlage für einen unheimlichen, schwarzhumorigen Meta-Ritt durch diverse Wahrnehmungs- und Bedeutungsebenen: FAARM ANIMAAL bewegt sich unterhaltsam zwischen Film, Theater und Performance und kreist um tierische Perspektiven, menschliche Blickwinkel – und um die Frage, wohin das alles führt.
 
Orwell schrieb seinen Roman vor dem Hintergrund der Februar- und Oktoberrevolution, der Verdrehung des Sozialismus und Kommunismus in die Gewaltherrschaft des Stalinismus und verpackte diese Perspektive auf die junge Sowjetunion in eine Fabel. Diese Geschichte und viele darin enthaltene Situationen sind allerdings auch universeller lesbar: als ein erfolgreicher Aufstand gegen Unterdrücker, der sich sogleich wieder, unmerklich doch beständig, in ein neues System der Ungleichheit und Unterdrückung entwickelt. Fake News, Populismus, das systematische Schuren von Ängsten, die Instrumentalisierung von Randgruppen und dergleichen sind keine neuen Erfindungen des 21. Jahrhunderts. All das hat im Zeitalter der Digitalisierung, befeuert durchwachsende Unsicherheit und Zukunftsangst, allerdings eine andere Ausprägung erhalten – und macht offensichtlich auch vor der geheimnisvollen Gruppe Menschen nicht halt, die seit unbestimmter Zeit als Tiere auf einer verlassenen Farm leben ...

Der Abend besteht aus einem 20-minutigen Kurzfilm und einer rund 65-minütigen Theaterperformance mit dem gesamten Ensemble.

BIBLIOTHEK

Hannah Zufall "Über Tiere als Metaphern des allzu Menschlichen" (Schauspielhaus Magazin 22/23)

ROLLSTUHLPLATZ: Aufgrund der gedrehten Bühnenstituation ist der barrierefrei zugängliche Rollstuhlplatz (Balkon Links) bei FAARM ANIMAAL nicht verfügbar. Bitte um rechtzeitige Voranmeldung unter +43/1/3170101-18 bzw. karten@schauspielhaus.at.


Pressestimmen

„Mit FAARM ANIMAAL nach George Orwell gelingt dem Schauspielhaus Wien eine Punktlandung: geniale Dramaturgie, tolle Momente. (…) Mit einem auf George Orwells politischer Fabel Farm der Tiere (1945) basierenden neuen Theaterstück trifft das Schauspielhaus Wien so richtig ins Schwarze. Es ist eine Art Antislapstick der Gattungen, der auf ganz neuen Pfaden daherkommt. (…) Mit einem exzellenten Stück- und Regiekonzept bringt Tomas Schweigen diesen Spielraum gedanklich zum Wummern, ohne je in die Nähe banaler Verkleidungseuphorie zu geraten. (…) Herrliches Theater.“ DER STANDARD

„Ein ungewöhnlich gelungenes und amüsantes Zusammenspiel von Film und Performance.“ WIENER ZEITUNG

„Zum Auftakt ihrer letzten Spielzeit am Schauspielhaus gelingt dem Regisseur Tomas Schweigen und seinem Ensemble ein richtiger Coup. (…) Gebannt verfolgt die Zuschauerin, der Zuschauer das gedankenreiche, kurzweilige und hochkomische Stück. Am Ende geht man mit einigen Rätseln und dennoch großer Befriedigung hinaus.“ FALTER

„Der ganze Abend vergeht im Flug. Und ist auf eine sympathisch unaufdringliche Art und Weise klug. Denn der gesprochene Text lässt sich immer mindestens dreifach verstehen: in Bezug auf die Selbsterfahrungs-Gruppensituation, als ein Nachvollziehen der Handlung von "Animal Farm" und in Reflexion aufs Theater, auf die Schauspielkunst. Wie geht denn das, andere Perspektiven versuchen? "Was real ist, ist das Werden", diese Pointe auszusprechen darf Clara Liepsch am Ende nochmal vor Filmbildern sitzen. Tier-Werden, Mensch-Werden, doch noch wieder Demokratie-Werden. Ein Finale zärtlicher Hoffnung.“ NACHTKRITIK

„Seit 2015 leitet Tomas Schweigen das Schauspielhaus. Sein Vertrag endet nach dieser Saison. Schade, er schafft es auch in dieser für Theater schwierigen Zeit, sein Haus mit jungen Menschen zu füllen. Wie das funktioniert, demonstriert er mit "Faarm Animaal", seiner Bearbeitung von George Orwells Farm der Tiere.“ KURIER

„George Orwells Kritik an der Verdrehung des Sozialismus und Kommunismus in die Gewaltherrschaft des Stalinismus transferiert Tomas Schweigen hier in eine unterhaltsame Kritik am Kapitalismus.“ APA

„Nach Abenden wie diesen kann man sich über die Theaterkrise nicht mehr wundern.“ DIE PRESSE

"In George Orwells "Animal Farm" werden Tiere im Kampf gegen Menschen selbst zu Menschen. In "Faarm Animaal" (schon die mysteriöse a-Vermehrung bietet die erste Denksportaufgabe) wollen Menschen zu Tieren werden. Selbstkritik und Impro-Spiele bieten den Weg dazu. Die Geschichte, die Tomas Schweigen in seiner letzten Spielzeit am Wiener Schauspielhaus auf Basis von Recherchen zum faszinierend komplex(behaftet)en Verhältnis Mensch–Tier entwickelt hat, ist irre seltsam. Dass gar nicht versucht wird, verständlich zu machen, was zum Geier, zum Kuckuck oder zur Robbe da abgeht, eröffnet Spielräume fürs Ensemble und Denkräume fürs Publikum. Film und Bühne interagieren toll, der Abend wirkt lange nach. Und tierisch witzig ist er auch."
Jurybegründung nachtkritik-Theatertreffen 2023 / Martin Thomas Pesl

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