Als ich einmal tot war und Martin L. Gore mich nicht besuchen kam

© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld
von Daniel Mezger
Regie: Klemens Gindl
 
URAUFFÜHRUNG DER UNPLUGGED VERSION
Premiere: 16. Oktober 2014 / 20:30 Uhr

Vorstellungsdauer: ca. 1 Stunde, keine Pause

Ex & Drugs & Rock’n’Roll: Dave Gahan, Sänger der Kultband Depeche Mode, ist der Prototyp des zerbrechlichen Popstars. Ausgerechnet das Pop-Sternchen Britney Spears läuft ihm in Als ich einmal tot war und Martin L. Gore mich nicht besuchen kam ungebeten über den Weg. Drogensucht und Nahtoderlebnis haben Gahan ausgehebelt, er verliert jeden Faden, hat sich inseinem Leben neben der Spur eingerichtet. Was will Britney Spears von ihm? Es gibt Gemeinsamkeiten, immerhin: In den Club 27, den Verein der berühmten Frühverstorbenen, hat sie es, genau wie er, nicht geschafft. Nur leidet er mehr als sie darunter, dass sein Drang zur Selbstzerstörung dafür nicht gereicht hat.
Daniel Mezger phantasiert sich durch Dave Gahans desolate Jugend im suburbanen Osten Englands und die seit 30 Jahren anhaltende Weltkarriere von Depeche Mode; er lässt ihre Konflikt- und Erfolgsgeschichte ebenso Revue passieren wie die ewige Konkurrenz Gahans mit Gruppen-Mastermind Martin Gore. Dave Gahan träumt von Punk, kriegt aber nur Synthie-Pop, zur Frustration kommt Neid, sogar Kurt Cobains Suizid erfüllt ihn mit Eifersucht. Fiktion und Wirklichkeit lösen sich auf, Raum und Zeit werden instabile Parameter in diesem Monodrama eines schwer Zerstreuten, der 1996 nach einem Drogencocktail zwei Minuten lang klinisch tot war. Mezger spielt mit Rockszene-Klischees wie der obligaten Hotelzimmerzertrümmerung, beschreibt Tattoo-Sucht und Touralltag, Narkotika und Musik.
"Irgendwann zerdeppert Steffen Höld als David Gahan auch noch den Spiegel, der die ohnehin schon karge Bühnenausstattung bereicherte. Der Moment, in dem er mit seinem Barhocker auf den Spiegel eindrischt, ist so etwas wie die Quintessenz der Uraufführung, die Klemens Gindl im Nachbarhaus des Schauspielhauses inszeniert: (…) Autor Daniel Mezger lässt in seinem Stück den Depeche-Mode-Sänger ausführlich von seinem Leben und Sterben erzählen – Gahan kann das, denn er war einmal für drogeninduzierte zwei Minuten klinisch tot. Und dieser fiktive David Gahan ist mächtig stolz darauf. Steffen Höld gibt ihn in formvollendeter Egozentrik . Ob er im Bademantel auf seinem Podest hinter dem Mikro steht oder im weißen Glam-Rock-Gedächtnis-Plüschmantel, immer dreht sich die Welt um ihn. Ist ja auch sonst keiner da. Ob er von einer zufälligen Begegnung mit Britney Spears erzählt oder von seinen Bandkollegen: Alle Figuren existieren nur in seiner Rede (…) – und die ist, was will man von einem Exjunkie anderes erwarten, extrem brüchig. „Wo war ich?“, fragt Höld immer wieder fahrig; ein Satz wie ein Refrain, der diese Litanei über das Verlorensein im eigenen Leben und Denken taktet und gliedert. Naturgemäß passiert nicht viel in der Geschichte, die Höld alias Gahan erzählt (…): Es läuft immer wieder auf den vorübergehenden Tod des Erzählers hinaus. Mezgers Text ist dabei oft sehr witzig ; Höld bringt den selbstverliebten Rockstar unaufdringlich und überzeugend auf die Bühne."
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