Abfall, Bergland, Cäsar. Eine Menschensammlung

© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath
von Werner Schwab
Regie: Katrin Hammerl
 
Premiere: 9. Oktober 2014

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde, keine Pause
Der Dramatiker Werner Schwab greift mit seinem Prosatext Abfall, Bergland, Cäsar. Eine Menschensammlung die im 17. und 18. Jahrhundert beliebte Gattung der Typenbeschreibungen des Menschlichen, der Sittenbilder und Porträts adeligen und bürgerlichen Verhaltens, auf. Während die Autoren solcher Human-Typologien bestenfalls skeptisch und leicht spöttisch waren, setzt Schwab in seiner „Menschensammlung“ zur totalen Vernichtung an. Die Personen von A bis Z sind weniger Charaktertypen als Opfer einer endgültigen Dekonstruktion: sie werden ermordet und gemetzelt, zersägt und zerschnitten, sie werden erstickt in Jauche und Müll und ertränkt in Blut, Schweiß und Tränen. Täter, Opfer und Werkzeug dieses Mordens ist die Sprache, als das wichtigste Instrument des „verfeinerten menschen“. Die Attacke Schwabs gegen den guten Geschmack, gegen den humanistisch-edlen Zeitgenossen ist durchaus programmatisch. Die Kritik an den gesellschaftlich produzierten Menschentypen enthält eine radikale Sprachkritik und Erkenntnisskepsis und erweist sich als der vielleicht wichtigste Selbstkommentar des Autors – der aber auch in diesem Text nicht auf seine drastische Komik verzichtet und lustvoll Situationen und Handlungen konstruiert, die zielsicher ihre jeweils schlimmste Wendung nehmen.
 
"Ein unglaubliches Alphabet des Wahnsinns, des Menschenelends und der torpedierten, hin und her geschleuderten Grammatik. Werner Schwab auf den Gipfeln seiner Verzweiflung und seiner Kunst." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Als eine Menschensammlung bezeichnete der früh gestorbene Autor Werner Schwab sein Werk Abfall, Bergland, Cäsar. Sich durch die Buchstaben des Alphabets hangelnd entwirft Schwab ein Panoptikum verschiedenster Menschentypen, ungeschönt in all ihren Abgründen und ihrer Erbärmlichkeit: (…) Hier werden Figuren von A bis Z respekt- und schonungslos seziert, offengelegt und buchstäblich in Stücke gerissen. Die junge Regisseurin Katrin Hammerl nahm sich für ihre Inszenierung im Nachbarhaus des Schauspielhauses des komplexen Textes an und inszenierte einen intensiven Monolog mit Ensemblemitglied Barbara Horvath, der die Kraft des Textes mit einer gleichzeitig zurückhaltenden wie entschiedenen und konsequenten Inszenierung verbindet. Horvath spielt zwischen dem Publikum (das sich, an Tischen sitzend, stets gegenseitig in die Augen blickt) und kommt diesem bedrohlich nahe; die Schwab’schen Wortspiele zischt und spuckt sie lauernd in den Raum hinein, wirft stechende Blicke in Richtung der Zuschauer und räkelt sich über Sessel und Tische. Es ist eine schaurige Freude, Horvath bei diesem aggressiven Spiel, zwischen dem immer wieder die im Text heraufbeschworenen menschlichen Schwächen durchzublitzen scheinen, zuzusehen."
Wiener Zeitung
 
"Mit Hilfe der Regisseurin Katrin Hammerl spielt mit faszinierender Ausdrucksvariabilität Barbara Horvath diese Texte (…), wobei deren Kraft ebenso zum Leuchten gebracht wird wie auch die sprachliche Meisterschaft und das schauspielerische Können der Schauspielerin."
Kronenzeitung
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