Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel

© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Nicola Kirsch, Florian von Manteuffel, Katja Jung, Franziska Hackl© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Franziska Hackl, Nicola Kirsch, Katja Jung© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Franziska Hackl, Florian von Manteuffel, Katja Jung, Nicola Kirsch© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Katja Jung, Nicola Kirsch© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Florian von Manteuffel, Katja Jung© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Franziska Hackl, Florian von Manteuffel© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Florian von Manteuffel, Franziska Hackl, Nicola Kirsch© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Franziska Hackl, Katja Jung
von Theresia Walser
Regie: Sebastian Schug
 
Premiere: 10. April 2014 / 20 Uhr
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde 20, keine Pause
Die Dramatikerin Theresia Walser versammelt in Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel – das Zitat wird dem libyschen Revolutionsführer Muammar al Gaddafi zugeschrieben – anlässlich einer Pressekonferenz drei Diktatorengattinnen, die über ein Filmprojekt berichten sollen, in dessen Zentrum ihre privaten Biografien und politischen Karrieren stehen. Die Figur der Frau Imelda teilt mit der ehemaligen Schönheitskönigin und Witwe des philippinischen Diktators Ferdinand Marcos nicht nur den Vornamen. Frau Margot dagegen spielt auf Margot Honecker, Ministerin für Volksbildung der DDR und Witwe des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, an. Frau Leila schließlich erinnert an Leila-Ben Ali, Ehefrau des 2011 gestürzten tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie keineswegs nur repräsentativ tätig waren und ihnen bis heute jegliches Bewusstsein für die Fatalität ihres politischen Handelns fremd geblieben ist, denn: „Politik ist kein Beruf, Politik ist ein Zustand.“ Sie präsentieren sich ohne die geringste Einsicht in ihre Taten, ohne Reue für ihre Opfer. Die Autorin wählt für dieses Kaleidoskop des Grauens die Gattung der Komödie und erweitert das weibliche Triumvirat um einen Dolmetscher. Während die Frauen anfänglich lediglich darum buhlen, wer den obersten Repräsentanten der kommunistischen Welt – Mao, Stalin und Castro – einst persönlich am nächsten gestanden habe, und man Vorzüge und Nachteile schusssicherer BHs erläutert, tun sich bald ideologische Abgründe auf. Der Übersetzer spielt sein eigenes Spiel mit den drei auf dem internationalen Parkett der Macht Geschulten: Er übersetzt falsch, kommentiert, interpretiert, manipuliert. So weitet sich das Geschehen zur Parabel: Theresia Walser denkt in ihrem raffinierten Lustspiel anhand realer historischer Figuren über Machtmissbrauch und politischen Fatalismus nach.
"Drei Diktatorengattinnen, die eines Reporterpulks harren, um über die geplante Verfilmung ihres Lebens zu sprechen, und ein Dolmetscher am Rande des Burn-outs: Dieser Gottfried turnt verbal zwischen Margot Honecker, der realsozialistischen Spaßbremse, Imelda Marcos und der arabischen Marie Antoinette, Leila Ben Ali. Die Dramatikerin Theresia Walser lässt in Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel die „trophy girls“ blutrünstiger Regime anfangs im Plauderton brüllkomisch über Chanel und Stalins Partys plaudern. Im Laufe des Abends verkrallt sich das Trio in der Vergangenheit und die damit verbundenen Schrecken. „Immer diese Aufstandsmasturbation“, seufzt Frau Leila. Katja Jung, Nicola Kirsch und Franziska Hackl zelebrieren eine punktgenaue Choreografie des Irrwitzes , die haarscharf am Slapstick vorbeischrammt. Regisseur Sebastian Schug findet die richtige Dosierung an auch visuellen Gags, um Walsers Komödie den Raum zu geben, den der Text braucht."
profil

"Dieses muntere Mäandern durch den Tyranninnen-Smalltalk hat zwar kein erkennbares Ziel, aber ungeheuren Unterhaltungswert (…), fügt sich (…) zu einem amüsanten, sprachgewaltigen Theaterabend über den burlesken Irrsinn der beiläufigen Ausbeutung."
Wiener Zeitung

"Die drei souveränen Schauspielerinnen vermeiden mithilfe des Regisseurs Sebastian Schug das Abgleiten in einen platten Zickenkrieg. Der Stücktext trivialisiert den politischen Ernst gelegentlich auf Kabarettniveau, doch nie wird diese feminine Niedertracht an eine Pointe verraten."
Oberösterreichische Nachrichten
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