Die Wohlgesinnten

© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Thiemo Strutzenberger, Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Thiemo Strutzenberger, Maurizio Rippa, Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Barbara Horvath, Thiemo Strutzenberger© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Thiemo Strutzenberger© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Thiemo Strutzenberger, Steffen Höld© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Thiemo Strutzenberger, Steffen Höld, Maurizio Rippa© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Maurizio Rippa© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Barbara Horvath, Thiemo Strutzenberger© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Thiemo Strutzenberger, Barbara Horvath© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Thiemo Strutzenberger, Steffen Höld© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Thiemo Strutzenberger
von Jonathan Littell
Regie: Antonio Latella

Aus dem Französischen von Hainer Kober
Dramatisierung von Antonio Latella und Federico Bellini

Premiere: 4. Oktober 2013
URAUFFÜHRUNG

Eine Produktion des Schauspielhaus Wien in Kooperation mit stabilemobile compagnia Antonio Latella

Vorstellungsdauer: 3 Stunden 30 Minuten (inkl. Pause)

Mit italienischen Übertiteln:
am 19. Oktober 2013, 20:00 Uhr
am 30. November 2013, 19:30 Uhr
am 14. Dezember 2013, 19:30 Uhr
am 12. Jänner 2014, 19:00 Uhr
am 27. Februar 2014, 19:30 Uhr
am 29. März 2014, 19:30 Uhr
Ein Meisterwerk? Oder Pornografie? Bei seinem Erscheinen 2006 war Jonathan Littells Roman Die Wohlgesinnten ein Skandal. Aus einer provokanten Perspektive, die bis dato keiner vor ihm einzunehmen gewagt hat, erzählt Littell vom Dritten Reich: Er verbindet die fiktive Autobiografie seines Protagonisten Maximilian Aue mit realen Ereignissen und Personen des Holocaust und berichtet aus der Täter-Perspektive von dessen Karriere von 1941bis 1945. Der  italienische Regisseur Antonio Latella - am Schauspielhaus inszenierte er 2009 Wild wuchern die Wörter in meinem Kopf. Ein Triptychon nach Texten von Josef Winkler -, hat Littells Roman dramatisiert.

Die Wohlgesinnten ist auch Titel des letzten Teils der Orestie von Aischylos, in welchem die Rachegöttinnen, die Erinyen, den neuen Namen Eumeniden (Die Wohlgesinnten) bekommen, damit sie beschwichtigt werden. Diese Verbindung zur antiken Tragödie ist Ausgangspunkt von Latellas Bearbeitung für drei Schauspieler und einen Sänger: Maximilian Aue wird zum zeitgenössischen Orest, sein Freund Thomas Hauser zu Pylades, der ihm folgt und ihn mit dem Grauen bekannt macht, und Maximilians Zwillingsschwester Una zur verzweifelten, inzestuösen Elektra. Latella begibt sich in die Abgründe des Bösen und konfrontiert uns mit der Frage nach der Möglichkeit von dessen Darstellung: „Littell wagt sich dorthin vor, wo sich noch niemand hin getraut hat: Er verlangt von uns, dass wir das Böse in einen Kontext bringen und es dadurch verstehen, nicht verzeihen.“ (Antonio Latella)
Dramatisierung Federico Bellini
Bühne/Kostüme Ralf Hoedt
Bühne/Kostüme Moira Zoitl
 
Steffen Höld Thomas Hauser
Thiemo Strutzenberger Maximilian Aue
 
"Regisseur Antonio Latella übersetzt Jonathan Littells Nazi-Täterroman (...) in einen mythologischen Höllenritt. Drei Schauspieler und ein Sänger leisten Großartiges. (...) Latella ist, im Verein mit Dramaturg Federico Bellini, ein Meisterwerk gelungen. Die Aufführung überzeugt, weil sie das Monströse, mithin Undarstellbare in ein mythisches Geschehen zurückübersetzt."
Der Standard

"Thiemo Strutzenberger als Max ist großartig , wird aber übertroffen von Steffen Höld als Thomas, einem kalten Karrieristen. Was Strutzenberger dem Max abseits der Figur im Buch gewinnt, ist Wahnsinn. (...) In allen Figuren steckt eine große Brüchigkeit. Eine theatralische Grenzerfahrung. (...) Hat sich das gelohnt? Auf jeden Fall. Inhaltlich wie stilistisch ist diese Performance, die dreieinhalb Stunden mit Pause – also im Vergleich zum Buch nicht lang – dauert, ein faszinierendes Experiment."
Die Presse

"Begeisterung und viel Beifall nach einem spektakulären Abend im Wiener Schauspielhaus. (...) Unter Latellas einfühlsamer, feinfühliger Regie können die Darsteller schauspielerisches Können, perfekte Sprache, Charakterisierungskunst zeigen."
Kronenzeitung

"Antonio Latella (…) gelingt ein außergewöhnlich dichtes, mitunter verstörendes, Dostojewski-graues Kammerspiel um Verbrechen und Strafe. Er ist radikal und mit kargen Bildern der monströsen Banalität, der Geburt des Bösen auf der Spur, wenn er den schwulen SS-Offizier Maximilian Aue als einen in jämmerlicher Einsamkeit durchdrehenden Zyniker zeigt. (…) Raffiniert bewegt sich der Abend zwischen Performance und Kammerspiel, Antiken-Tragödie und schrillem Psychoterror, ist fast lyrisch-kontemplativ, um sofort wieder umzuschlagen in eine an die Nieren gehende Atmosphäre schneidender Kälte. (…) Aber es wird immer wieder aufgefangen, ausweglos, brutal, Gewissheiten stürzend und Tabus brechend vor allem durch das virtuose Spiel der beiden Schauspieler Thiemo Strutzenberger und Steffen Höld."
Theater heute
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