Der Seidene Schuh IV. Tag: Das Boot der Millionen

© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Steffen Höld, Max Mayer
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Der Seidene Schuh
oder
Das Schlimmste trifft nicht immer zu

von Paul Claudel

IV. Tag: Das Boot der Millionen

Bearbeitung: Tine Rahel Völcker
Regie: Pedro Martins Beja

Premiere: 8. November 2012 / 20 Uhr

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause


Der IV. und letzte Tag von Claudels alle Konventionen sprengendem Drama spielt Jahre später auf dem Meer. Seit Doña Proëzas Tod haben sich die Ereignisse überschlagen: Spaniens Armada ist gesunken, den heimkehrenden Seefahrern glückte weder Krieg noch Handel. Don Rodrigo, einstmals Welteroberer, vegetiert entmachtet und körperlich versehrt auf einem Kahn vor den Balearen, gibt sich der Produktion und dem Verkauf von Heiligenbildern hin und phantasiert vom Frieden aller Völker. Das „Angebot“ des spanischen Königs, Vizekönig von England zu werden, lehnt er ab. Die wild entschlossene Maria Siebenschwert, Tochter Doña Proëzas, zieht mit Don Juan d’Austria in die Schlacht gegen die Türken, tritt mit dem erbitterten Kampf gegen die Islamisierung das Erbe ihrer Mutter an und sucht in ausufernden philosophischen Debatten nach dem Sinnstiftenden menschlicher Existenz. Am Ende bleibt Don Rodrigo als ein am Leben Verzweifelter zurück, wird angeklagt und wie auf dem Jahrmarkt feilgeboten, so trifft er auf eine Ordensfrau... Was kann er sich erhoffen?

 

Die deutsche Dramatikerin Tine Rahel Völcker bearbeitet den letzten Teil des Seidenen Schuhs durch das Hinzufügen von vier ägyptischen Figuren: dem Fischer, dem Beamten, der Schakalköpfigen und der Schwarzen. Sie "stört" den vertrauten Kontext des universellen Katholizismus Claudels, indem sie dem originär stummen "Feindbild Islam" zum Sprechen verhilft. So macht sie Differenz und Wiederholung von Geschichte(n) sowie die Aktualität der Transzendenz bei Claudel sichtbar. Die Österreichische Erstaufführung ihres Stücks Die Eisvögel war in der Saison 2008/09 im Schauspielhaus zu sehen.

 

Pressestimmen:

 

"Wiens Schauspielhauschef Andreas Beck ist ein Mann mit Visionen. Mit großen Visionen. (...) Diese Woche ging der Zyklus mit Tag IV: Das Boot der Millionen zu Ende. Ein düsterer Grabgesang. Ein Schlachtengemälde, das den Kampf des Christentums gegen den Islam thematisierte. Bearbeitet von Autorin Tine Rahel Völcker, inszeniert von Pedro Martins Beja. Dies ist nämlich Becks Konzept zu Claudels zwischen 1918 und 1925 entstandenem Opus magnum: Jeder der vier Tage wurde von einem anderen modernen Dramatiker überschrieben, von einem anderen Regisseur auf die Bühne gehoben. Das Ergebnis ist so ungewöhnlich wie einzigartig. Denn so unterschiedlich die Zugänge von Thomas Arzt, Jörg Albrecht oder Anja Hilling - ihr Tag drei sticht als Solitär aus dem Zyklus heraus - zum Stoff sind, so sehr fanden die Regisseure doch eine einheitliche optische Linie. (...) Die Handlung von Claudels Räuberpistole spielt im Spanien Philipps des II. Ein Liebespaar kann zueinander nicht kommen, sie heiratet einen Festungskommandanten in Afrika, er erobert im Auftrag des Königs Amerika. Also: Herz, Schmerz, Tod. Mehr als 70 Personen bevölkern dieses Drama. Und es zeugt von der großen Darstellungskraft des Ensembles - u.a. Steffen Höld, Thiemo Strutzenberger, Max Mayer, Katja Jung, Veronika Glatzner - immer wieder neue Charaktere zu gestalten. Von Mariachi-Musikern bis Matrosen, von gramgebeugten Witwen bis Welteroberern. (...) Sehenswert!" Kurier

 

Gesamtübersicht zur Serie 12/13

Abonnements & Kombi-Tickets zur Serie 12/13

 

Eintrittspreise
Normalpreis 18,- Euro
SeniorInnen 12,- Euro
StudentInnen 9,- Euro

 

4 Folgen an einem Abend / Claudel-Marathon
Normalpreis 44,- Euro (statt 72,- Euro)
SeniorInnen 34,- Euro (statt 48,- Euro)
StudentInnen 22,- Euro (statt 36,- Euro)

 

 
Premiere:

Do, 08. November 2012



 
 


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