Der Seidene Schuh II. Tag: Wo du nicht bist

© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Katja Jung, Max Mayer, Barbara Horvath, Gideon Maoz
© Alexi Pelekanos / Schauspielhaus / Katja Jung, Max Mayer, Barbara Horvath, Gideon Maoz


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Der Seidene Schuh
oder
Das Schlimmste trifft nicht immer zu

von Paul Claudel

II. Tag: Wo du nicht bist

Bearbeitung: Jörg Albrecht
Regie: Mélanie Huber

Premiere: 18. Oktober 2012 / 20 Uhr

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

Nach dem Angriff auf das Gasthaus bei Barcelona ist Don Baltasar tot, Don Rodrigo schwer verwundet und Doña Proeza auf der Flucht. Doña Musica trifft endlich auf den Vizekönig von Neapel, den Mann, der ihr verheißen wurde. Eine große Liebe scheint möglich zu werden. Der II. Tag im Claudel‘schen Welttheater zeigt Don Rodrigo als einen sich vor Liebe verzehrenden und beinahe zu Grunde gehenden Helden; Doña Proëza gesteht ihrem Mann Don Pelayo die Liebe zum schwer Verwundeten - und lässt sich aus Schuldgefühlen dazu hinreißen, im Auftrag des spanischen Königs den unkontrollierbaren Don Camillo im fernen Afrika zu entmachten und an seiner Statt den Oberbefehl über die Festung Mogador zu übernehmen. Claudel beschreibt Religion als Mittel zum Zweck (der Intrige, des Machterhalts, der Gier und der Kolonialisierung). Die entschieden moderne, immer wieder ironische Darstellung dieser dramatischen Ereignisse ermöglicht etwa den überraschenden Auftritt einer gegen den Autor selbst aufbegehrenden Figur. Die Tragödie nimmt dennoch ihren Lauf: Sogar die Liebe gilt dem berechnenden Don Pelayo nur als Tauschwert. So muss der verzweifelte Don Rodrigo auf königliche Order die Reise nach Amerika antreten. Wird die Liebe siegen?

 

Der deutsche Dramatiker Jörg Albrecht, dessen Hommage an Carol Reeds Film-noir-Klassiker Der dritte Mann, Harry Lime lebt! Und das in diesem Licht! am Schauspielhaus uraufgeführt wurde, bearbeitet den II. Tag. Jörg Albrecht fokussiert in seiner Intervention auf die Zusammenhänge von Liebe und Sprache und bearbeitet die Monologe der Figur des Unbändigen sowie der Allegorien des Mondes und des Doppelschattens: Sukzessive wandelt sich die Sprache vom Original Claudels zur Lesart Jörg Albrechts.

 

Pressestimmen:

 

"Jörg Albrecht hat diesen Teil des ausufernden Weltendramas neu geschrieben; Mélanie Huber hat inszeniert. Sehr anders, ruhiger, strenger, konzentrierter ist ihr Abend (...) und doch gelingt es Huber nahtlos anzuschließen. (...) Sie macht daraus ein Spiel im Spiel. Einerseits drapiert sie die großartigen Darsteller - z.B. Thomas Reisinger als Heiliger Jakobus und Neo-Ensemblemitglied Barbara Horvath in diversen (auch Männer-) Rollen - wie auf Gemälden spanischer Meister. Andererseits lässt sie die Schauspieler ihre Figuren verlassen, um über Probleme der Zeit zu philosophieren. Die Unfreiheit von Frauen, etwa." Kurier


"Jörg Albrecht hat die Rolle des heiligen Jakobus ausgebaut, jenes Apostels, der bei den spanischen Eroberungszügen als Schlachtenhelfer galt. Damit gab er dem zeitgenössischen Geschehen eine innere Stimme. Auch sein neues Vater Unser am Ende dreht die mit spitzen Zungen geführten katholischen Reden in Richtung Jetztzeit. (...) Mit netten Spezialeffekten sticht das Ensemble in See, watschelt in Wassereimern und steht dann und wann vor seinen eigenen Schattenbildern, die sich rücklings auf dem goldenen Himmel aufspannen. Das sind die Momente, in denen tatsächlich Gedanken an Transzendenz aufkommen und in denen die schnippischen Dialoge ihre düstere Grundierung erhalten." Der Standard
 

Gesamtübersicht zur Serie 12/13

Abonnements & Kombi-Tickets zur Serie 12/13

 

Eintrittspreise
Normalpreis 18,- Euro
SeniorInnen 12,- Euro
StudentInnen 9,- Euro

 

4 Folgen an einem Abend / Claudel-Marathon
Normalpreis 44,- Euro (statt 72,- Euro)
SeniorInnen 34,- Euro (statt 48,- Euro)
StudentInnen 22,- Euro (statt 36,- Euro)

 

 
Premiere:

Do, 18. Oktober 2012



 
 


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